News, 17. April 2015

Afrika hofft auf ein starkes Paris

Afrikas Regierungen fordern ein ambitioniertes Klimaabkommen und mehr Geld. Vor allem sollen die zum Teil sehr umstrittenen CDM-Projekte auch nach 2020 weiter eine große Rolle spielen.

Von Verena Kern

Bei einem Treffen im marokkanischen Marrakesch haben Vertreter afrikanischer Regierungen erneut einen wirksamen Klimavertrag gefordert. Die Vereinbarung, die Ende Dezember in Paris beschlossen werden soll, solle "stark" und "umfassend" sein, heißt es in einem Appell. Zudem solle das Abkommen mehr Geld mobilisieren, damit der Kontinent sich auf nachhaltige Weise entwickeln könne.

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Entwicklung wollen Afrikas Regierungen, am besten nachhaltig. Straßenbild aus Marrakesch. (Foto:
Estelle Esyckr/Flickr)

Besonders sprachen sich die Regierungsvertreter für das Klimaschutz-Instrument Clean Development Mechanism (CDM) ("Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung") aus. Mit CDM würden Marktmechanismen für den Klimaschutz nutzbar gemacht und der private Sektor eingebunden, lobte die marokkanische Umweltministerin Hakima El Haite. Dadurch werde der Klimaschutz insgesamt gestärkt. Das Paris-Abkommen solle dafür sorgen, dass CDM auch nach 2020 noch eine wichtige Rolle spielen kann.

In der Vergangenheit hat es immer wieder viel Kritik an CDM-Projekten gegeben: Diese würden kaum Treibhausgasemissionen einsparen helfen; sie führten nur dazu, dass Firmen und Staaten ihre CO2-Reduktion ins Ausland verlagern, wo diese billiger ist. Unabhängige Studien wiesen zudem systematische Mängel im CDM-System nach. Auch die Kontrollen wurden als mangelhaft angesehen.

Nach Angaben der Internationalen Energie Agentur IEA haben zwei Drittel der afrikanischen Bevölkerung keinen sicheren Zugang zu Strom. Drei Viertel kochen demnach noch mit gesundheitsschädlicher Holzkohle und sorgen so für die Zerstörung der Wälder. Deshalb sei der Aufbau nachhaltiger Energiesysteme das Gebot der Stunde.

 

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