News, 02. Mai 2015

Bedrohte Staaten fordern 1,5-Grad-Ziel

Die Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad Celsius reicht in manchen Staaten nicht aus, um die schlimmsten Bedrohungen abzuwehren. 20 Staaten des Climate Vulnerable Forum (CVF) fordern deshalb ein Limit von 1,5 Grad.

Von Nick Reimer

Die 20 Staaten des Climate Vulnerable Forum (CVF) fordern eine Verschärfung des Zwei-Grad-Ziels. Die Gruppe appellierte am Samstag an die Klimadiplomaten der UNO, das Ziel noch einmal zu überdenken, wenn im Dezember in Paris ein neuer Weltklimavertrag beschlossen wird. Die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, sei "ungenügend", mahnte das CVF. Mit einem Temperaturanstieg um zwei Grad Celsius gingen schwerwiegende Bedrohungen für die Menschheit einher, die bei einer Begrenzung der Erwärmung um 1,5 Grad vermieden werden könnten, so die Gruppe unter Verweis auf drei neue Studien.

Bild
Der Zyklon Pam, der im März Vanuatu verwüstete, ist für CVF ein Vorgeschmack auf die Verwüstungen, die bei einer Erderwärmung um zwei Grad bevorstehen werden. (Foto:
Unicef Pacific/Flickr)

Ziel der Klimaverhandlungen ist es derzeit, die Erderwärmung nicht über durchschnittlich zwei Grad ansteigen zu lassen. Das hatten die Klimadiplomaten auf der COP 16 Ende 2010 im mexikanischen Cancún beschlossen. Die kleinen Inselstaaten und viele Länder Afrikas stimmten damals aber nur zu, weil der Beschluss den Passus enthielt, dass 2015 das Zwei-Grad-Ziel überprüft werden soll – auf eine Absenkung um ein halbes Grad.

Bei dem bevorstehenden Klimagipfel in Paris Ende des Jahres gehe es auch um die Entscheidung, ob das Zwei-Grad-Ziel als ausreichend angesehen wird, sagte Neil Buhne vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP in Genf. Davon hänge ab, wie viel bei den Reduktionsverpflichtungen zusammenkommen muss. Das UNDP unterstützt das Climate Vulnerable Forum.

Mitglied in dem Forum der besonders verletzbaren Staaten sind Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, Nepal, Osttimor, die Philippinen und Vietnam in Süd- und Südostasien sowie Äthiopien, Ghana, Kenia, Madagaskar, Ruanda und Tansania im subsaharischen Afrika, außerdem das mittelamerikanische Costa Rica sowie die kleinen Inselstaaten Barbados, Kiribati, Malediven, Saint Lucia, Tuvalu und Vanuatu.

Mehr lesen

Die Afrikaner wollen 1,5 Grad zurück

Bild

Eine Deklaration von 54 afrikanischen Staaten fordert das Ende der so genannten "Zwei-Grad-Politik": Für ihr Überleben sei eine um durchschnittlich zwei Grad gestiegene Globaltemperatur zu viel. [mehr...]

 

Mehr Hintergrund

Climate Vulnerable Forum (CVF): Das Forum versteht sich als Plattform für die verwundbarsten Staaten

UN-Bericht: Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Menschenrechte

CVF-Bericht: Die Auswirkungen des Klimawandels auf Arbeitsproduktivität und Wirtschaft

Bericht der Nansen-Intiative zum Zusammenhang zwischen Klimawandel und Migration