News, 06. Mai 2015

Stern: "Es reicht nicht fürs Zwei-Grad-Ziel"

Der britische Ökonomie Nicholas Stern hat ausgerechnet, dass die bisherigen Versprechen der Staaten nicht genügen, um den Klimawandel langfristig beherrschbar zu machen.

Von Verena Kern

Die bisherigen Selbstverpflichtungen zur Treibhausgas-Minderung reichen nicht aus, um das Zwei-Grad-Ziel zu schaffen. Das ergibt eine aktuelle Analyse des britischen Ökonomen Nicholas Stern. Stern, der 2006 eine einflussreiche Studie zu den Kosten des Klimawandels vorgelegt hatte, berücksichtigt in seiner Untersuchung nicht nur die Reduktionsziele, die bereits offiziell beim UN-Klimasekretariat gemeldet wurden. Auch Beiträge wie die von China, das seine Pläne zur Emissionsminderung zwar schon veröffentlicht, aber noch nicht an das Sekretariat gemeldet hat, flossen in die Berechnung ein.

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Sir Nicholas Stern, ehemals Chefökonom der Weltbank und heute Berater der britischen Regierung, nannte den Klimawandel in seiner Studie von 2006 "das größte und weitestreichende Marktversagen, das wir je sahen". Salopp formuliert: Wird nicht gegengesteuert, dann wird es richtig richtig teuer. (Foto: Neil Palmer/CIAT/Flickr)

Seit Ende Januar können Staaten beim UN-Klimasekretariat melden, wie viel sie zu dem Weltklimavertrag beitragen wollen, der im Dezember in Paris beschlossen werden soll und der Nachfolger des Kyoto-Protokolls sein wird. Das große Ziel ist das Zwei-Grad-Limit. Im Idealfall kämen genug Selbstverpflichtungen – sogenannte INDCs – zusammen, um die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Bislang haben erst die Europäische Union und sieben einzelne Staaten ihre INDCs offiziell gemeldet.

 

 

 

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