News, 16. Mai 2015

Kanada meldet Klimaziel für 2030

Kanada hat dem UN-Klimasekretariat am Freitag sein Klimaziel für den neuen Weltklimavertrag gemeldet. Im Vergleich zu den anderen Industrieländern kommt die Zusage aus Ottawa für den neuen Weltklimavertrag schwach daher.

Von Susanne Schwarz

Kanada hat dem UN-Klimasekretariat am Freitag sein Klimaziel für den neuen Weltklimavertrag gemeldet, der im Dezember in Paris unterzeichnet werden soll. Bis 2030 will das nordamerikanische Land demnach 15 Prozent seiner Treibhausgas-Emissionen gegenüber 2005 einsparen. Die kanadische Umweltministerin Leona Aglukkaq sprach von einem "ambitionierten neuen Ziel, das unser Bestreben zeigt, mit unseren internationalen Partnern einen bedeutsamen und transparenten Weltklimavertrag zu schaffen".

Bild
Umweltministerin Aglukkaq spricht von einem "ambitionierten neuen Ziel". (Foto:
toptop54/Pixabay)

Beobachter sind sich da nicht so sicher. Nach Berechnungen des World Recources Institute ist Kanadas Klimaziel gegenüber anderen Industrieländern bisher das am wenigsten ambitionierte: Aufs Jahr heruntergerechnet kommt das unabhängige Institut auf 1,7 Prozent Emissionsminderung – bei den Zielen von EU und USA dagegen auf 2,8 Prozent.

Kritiker bemängeln zudem, dass Kanada weiterhin im großen Stil an der klimaschädlichen Teersand-Produktion festhält. Im vergangenen Jahr förderte das Land jeden Tag zwei Millionen Barrel der extrem umwelt- und klimaschädlichen Erdöl-Variante. Der konservative Premier Stephen Harper will die Produktion sogar fast verdreifachen und täglich 5,5 Millionen Barrel fördern.

Laut dem Beschluss der UN-Klimakonferenz im vergangenen Dezember in Lima haben die Staaten bis zum 1. Oktober Zeit, ihre Treibhausgas-Einsparziele für 2030 zu melden. Zu einer solchen Meldung gehören nicht nur die Ziele an sich, sondern auch die Rahmenbedingungen in den Ländern. Anzugeben ist etwa, wie das Ziel in das nationale Recht eingepasst werden soll und warum das Einsparziel für den Staat den gerechten Anteil am globalen Klimaschutz darstellt. Das Klimasekretariat vergleicht die bis zum 1. November gemeldeten Verpflichtungen und prüft, ob diese insgesamt genügen, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Sollte das nicht der Fall sein – wovon Beobachter ausgehen –, schlägt die UN-Institution unter ihrer Chefin Christiana Figueres "Nachbesserungen" vor.

Die Länder, die "dazu in der Lage sind", sollten ihre Selbstverpflichtungen schon bis Ende März vorlegen. Als erstes Land hatte Anfang März die Schweiz ihr Klimaziel gemeldet. Insgesamt liegen derzeit inklusive der gemeinsamen Meldung der EU-Staaten zehn Ziele vor.

 

Mehr lesen

Weltklimavertrag reicht nur für ein Drei-Grad-Ziel

Bild

Forscher warnen: Die bislang eingereichten Selbstverpflichtungen der Staaten reichen bestenfalls für drei bis vier Grad. [mehr...]


Zug auf neuem Gleis

Bild

Das Pariser Abkommen könnte möglicherweise nicht ausreichen wird, um die Welt auf den Zwei-Grad-Pfad zu bringen. Das ist aber auch nicht entscheidend. Wichtig ist, dass Paris die richtigen Impulse für den langfristigen Wandel setzt. [mehr...]

 

Mehr Hintergrund

Dokument Dazu verpflichtet sich Kanada

UNFCCC-Länderliste Diese Staaten haben ihre Selbstverpflichtung bereits beim UN-Klimasekretariat eingereicht