News, 24. Juli 2015

Minister haben Fünf-Jahres-Frist im Visier

Nach dem informellen Ministertreffen Anfang der Woche in Paris machen sich leise Hoffnungen auf den Abschluss eines substanziellen Welt-Klimaabkommens Ende des Jahres breit.

Von Jörg Staude

Das informelle Treffen von über 30 Außen- und Umweltministern Anfang dieser Woche in Paris hat nach Ansicht der Gastgeber Fortschritte für das geplante neue Weltklimaabkommen gebracht. Laut Medienberichten soll der Vertrag Vorkehrungen enthalten, um die CO2-Reduktionsziele einzelner Länder regelmäßig zu überprüfen. Zudem soll in Betracht gezogen werden, statt des bisherigen Zwei-Grad-Ziels auch eines von 1,5 Grad anzupeilen. "Die Diskussionen konzentrieren sich auf einige heikle Punkte, zum Beispiel einen Plan aufzustellen, um unter einem 1,5- oder Zwei-Grad-Limit zu bleiben", sagte der französische Außenminister Laurent Fabius laut dem Portal Euractiv.

Bild
Paris soll zu einem Highlight der internationalen Klimapolitik werden – nach dem Ministertreffen kann es noch dazu kommen. (Foto: Kamiel Choi/Pixabay)

Laurence Tubiana, Chefverhandlerin von Präsident François Hollande beim kommenden Klimagipfel, erklärte nach dem Treffen, bei einer möglichen Verpflichtung aller Länder, ihre Reduktionsziele alle fünf Jahre zu überprüfen, sei man vorangekommen. "Das ist ein Durchbruch", betonte sie. Zwar gebe es im Detail noch eine Menge zu tun, aber die Idee, eine solche Verpflichtung in einem gemeinschaftlichen Rahmen festzuschreiben, sei deutlich hervorgetreten. Dies zu erreichen sei nicht selbstverständlich gewesen.

Auch EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete wies nach dem Treffen darauf hin, dass noch viel Arbeit zu leisten sei. Es sei aber sehr ermutigend zu sehen, dass die Vorschläge der EU für eine Festlegung auf langfristige Ziele, für fünfjährige Überprüfungsfristen sowie allgemeingültige, transparente Regeln ins Zentrum der Debatte rückten.

Vor dem Treffen hatte Chefunterhändlerin Tubiana die Erwartung geäußert, dass von dem Ministertreffen starke Leitlinien für den neuen Klimavertrag ausgehen: "Das ist ein langer und tiefgreifender Transformationsprozess, der 40 bis 50 Jahre und länger dauern wird. Dafür brauchen wir klare Regeln", hatte sie gegenüber der Financial Times erklärt.

Vor wenigen Tagen war in Luxemburg auch das Major Economies Forum on Energy and Climate (MEF) in Luxemburg zu Ende gegangen, an dem 17 Wirtschaftsnationen teilnahmen, darunter Australien, Brasilien, China und auch Deutschland. Zusammen repräsentieren die Staaten 80 Prozent der globalen Emissionen. Die luxemburgische Umweltministerin Carole Dieschbourg sprach nach dem Treffen von "guten Vorschlägen", mahnte aber auch, dass die Verhandlungen nun beschleunigt werden müssten.

Ende August sollen die Weltklimagipfel-Vorbereitungen in Bonn fortgesetzt werden. Dabei geht es vor allem um technische Details – über die dann auf einem nochmaligen Ministertreffen im September weiterverhandelt werden soll.

Mehr lesen

Extra-Klimagipfel in Marokko

Bild

Mitte Oktober dieses Jahres trifft sich auch die EU noch einmal extra in Marokko, damit der Pariser Gipfel ein Erfolg wird. [mehr...]

sei nicht selbstverständlich gewesen