News, 18. August 2015

Dschibuti will bis zu 60 Prozent bis 2020 reduzieren

Afrikanischer Staat meldet sein Klimaziel beim UN-Klimasekretariat: Gesucht werden jetzt Investoren, die das Land am Golf von Aden zum "ersten grünen afrikanischen Land" machen, wie es der Präsident formuliert. 

Von Nick Reimer

Die Republik Dschibuti hat ihre Klimaziele für den UN-Verhandlungsprozess bekannt gegeben. Wie das Portal Business Green berichtet, will der Staat am Horn von Afrika seine Treibhausgasemissionen um mindestens 40 Prozent bis zum Jahr 2030 reduzieren. Die Regierung erklärte demnach, dass – im Falle einer zusätzlichen internationalen Finanzierung – das Ziel auch auf 60 Prozent nach oben geschraubt werden könnte. 

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Sonnenaufgang: In Dschibuti ist es im August meistens wärmer als 40 Grad Celsius. Wegen der Regenbarmut bestimmen Dornbuschsavannen die ehemalige Kolonie "Französisch-Somailand". (Foto: Nick Reimer
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Dschibuti ist ein armer Staat, mit etwa 1.500 Euro Jahreseinkommen liegt das arabischsprachige Land in der Liste der Länder nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf auf Platz 141 von 186 Staaten. Abgesehen von Salzen ist das Land arm an Bodenschätzen, auch Industrie gibt es kaum. Immerhin ist Dschibutis Haupt- und Hafenstadt Dschibuti per Eisenbahn mit Ähtiopien verbunden, der Nachbar im Westen wickelt 85 Prozent seines Außenhandels über die Häfen von Dschibuti ab. Auch der bürgerkriegsgeplante Südsudan will seine früher über Sudan transportierten Rohstoffschätze nun über Dschibuti verschiffen. Ein neuer Containerhafen wurde hier im Februar 2009 in Doraleh eingeweiht, angeblich der "größte und modernste seiner Art in Ostafrika".

Die Armut spiegelt sich auch im Energieverbrauch wider. Mit 379 Kilowattstunden pro Jahr verbraucht ein Dschibutier statistisch gesehen nur fünf Prozent eines Durchschnittseuropäers. Das hat auch Auswirkungen auf den Pro-Kopf-Ausstoß von Treibhausgasen: Jeder der knapp 800.000 Einwohner ist statistisch für 0,6 Tonnen Kohlendioxid im Jahr verantwortlich. Zum Vergleich: Ein Bundesdeutscher emittierte 2013 durchschnittlich 9,4 Tonnen Kohlendioxid.

Dschibuti leidet bereits heute unter den Folgen der Erderwärmung. 2008 und 2011 musste das Land am Roten Meer schwere Dürren verkraften, ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um etwa vier Prozent war in beiden Fällen die Folge. Bisher deckt Dschibuti seinen Energiebedarf ausschließlich fossil.

Dschibutis Botschafter in Berlin, Aden Mohamed Dileita, hatte 2013 erklärt: "Unser Präsident Ismail Omar Guelleh will Dschibuti zum ersten 'grünen' afrikanischen Land durch die Entwicklung von Solar-, Wind- und Geothermie-Energie machen." Bis zum Jahr 2020 soll deshalb die Stromwirtschaft komplett auf erneuerbare Energien umsteigen.

Im Interview:

Aden Mohamed Dileita, Botschafter der Republik Dschibuti in Deutschland: Unser Präsident Ismail Omar Guelleh will Dschibuti zum ersten "grünen" afrikanischen Land durch die Entwicklung von Solar-, Wind- und Geothermie-Energie machen. Deutschland ist bekanntermaßen Vorreiter bei den erneuerbaren Energien. Die Zusammenarbeit zwischen Dschibuti und deutschen Unternehmen bietet deshalb interessante Möglichkeiten. Dschibuti will bis zum Jahr 2020 komplett auf erneuerbare Energien umsteigen.