News, 25. August 2015

Obama: Klimawandel "größte Bedrohung"

Nach der Vorstellung seines Plans zur CO2-Reduzierung im Kraftwerkssektor legt US-Präsident Obama nun nach. Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket will er die Solarenergie fördern.

Von Benjamin von Brackel

US-Präsident Barack Obama hat sich für den Ausbau der Ökoenergien und den Klimaschutz starkgemacht. "Wir sind heute hier, weil wir glauben, dass keine Herausforderung eine größere Bedrohung für unsere Zukunft darstellt als der Klimawandel", sagte Obama auf einer Konferenz für erneuerbare Energien in Las Vegas, wie die New York Times berichtet. "Aber wir sind auch hier, weil wir zutiefst optimistisch über den amerikanischen Erfindergeist sind."

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Treibt die Energiewende weiter voran: US-Präsident Barack Obama. (Foto: Screenshot/Time/kra)

Auf dem Gipfel für saubere Energien kündigte Obama ein weiteres Maßnahmenpaket an, um den Ausbau der Solarenergie weiter zu fördern, darunter eine Milliarde Dollar an Kreditgarantien, 24 Millionen Dollar für elf innovative Solar-Projekte, eine Stromtrasse, die ein knapp 500 Megawatt starkes Photovoltaik-Kraftwerk im Südosten Kaliforniens ans Netz anschließen soll, sowie die Ausrüstung von über 40 Militärstationen mit Solarstromanlagen.

Noch trägt die Solarenergie in den USA zu weniger als einem Prozent der Stromproduktion bei, während die Erneuerbaren insgesamt 13 Prozent im Jahr 2014 erreicht haben – die Hälfte davon allerdings durch Wasserkraftwerke. Bis 2030 will Obama ein Fünftel des Stromverbrauchs mit Ökoenergien abdecken – Wasserkraft nicht mit einberechnet. Schon heute würden in der Solarindustrie doppelt so viele Menschen arbeiten wie im Kohlebergbau, erklärte Obama. Außerdem seien die Preise für Solarstrom zwischen 2009 und 2014 um 78 Prozent gesunken. "Jahrzehnte wurde uns gesagt, dass es keinen wirtschaftlichen Sinn ergibt, auf erneuerbare Energien umzusteigen", sagte Obama. "Das ist heute nicht länger wahr."

Den größten Schub dürften die Erneuerbaren allerdings durch den den Clean Power Plan bekommen, den Obama Anfang August vorgestellt hatte. Er sieht vor, die CO2-Emissionen des Stromsektors bis 2030 um 32 Prozent gegenüber 2005 zu reduzieren. Obama will den Plan unter Umgehung des Kongresses über seine Exekutivvollmachten durchsetzen, also über Klimavorgaben durch die nationale Umweltbehörde EPA. 15 durch Republikaner regierte Bundesstaaten haben einen Antrag gegen die Emissions-Vorgaben beim Bundesgericht in Washington eingelegt. Allerdings geht die Umweltbehörde davon aus, dass die meisten Bundesstaaten dennoch freiwillig Landesgesetze zur Umsetzung der Vorgaben erlassen werden – denn andernfalls würden ihnen Klimaschutz-Pläne auferlegt.

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