News, 04. September 2015

Algerien meldet Klimaziel für 2030

Eine Reduktion der Emissionen um 22 Prozent bis 2030 – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Algerien hat dem UN-Klimasekretariat sein INDC übermittelt.

Von Verena Kern

Algerien hat seine Klimaziele für den UN-Verhandlungsprozess bekannt gegeben. Das nordafrikanische Land will demnach seine Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 22 Prozent senken. Allerdings stellt Algerien seinen "angestrebten nationalen Beitrag" (Intended Nationally Determined Contribution, INDC) unter Vorbehalt.

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Algerien ist der flächenmäßig größte Staat Afrikas. An die 80 Prozent seiner Fläche sind vegetationslos. Mit Aufforstung versucht das Land, das weitere Vordringen der Wüste aufzuhalten. (Foto:
US Government/Wikimedia Commons)

Die 22 Prozent Reduktion werde man nur mit "externer Unterstützung" schaffen, heißt es in dem Schreiben an das UN-Klimasekretariat, in dem Algerien seine Ziele erläutert. Der größte Teil, nämlich 15 Prozentpunkte, sei davon abhängig, ob man Entwicklungsgelder erhalte und mit sauberen Technologien versorgt werde. Aus eigener Kraft will Algerien sieben Prozent Minderung schaffen. Referenzgröße soll das sogenannte Business-as-usual-Szenario sein, also die Entwicklung CO2-Ausstoßes ohne spezielle Klimaschutzvorhaben.

Algerien plant dazu mehrere Maßnahmen. Bis 2030 sollen 27 Prozent der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen stammen. Kürzlich hatten Algeriens Energieminister Youcef Yousfi und sein deutscher Amtskollege Sigmar Gabriel eine Absichtserklärung zur Gründung einer deutsch-algerischen Energiepartnerschaft unterzeichnet. Mit Unterstützung der Bundesrepublik will Algerien bis 2030 neue Solar- und Windkraftkapazitäten von insgesamt 22.000 Megawatt installieren. Im Gegenzug will Deutschland künftig neben Rohöl auch Gas aus Algerien beziehen.

Zudem will Algerien seinen nationalen Wiederaufforstungsplan forcieren. 1,2 Millionen Hektar Wald sollen angepflanzt werden. Daneben sollen durch Wärmedämmung und effizientere Straßenbeleuchtung CO2-Emissionen eingespart werden. Der Anteil von Flüssiggas und Erdgas beim Spritverbrauch soll erhöht werden. Darüber hinaus will Algerien das Abfackeln von Gas auf weniger als ein Prozent reduzieren.

Algerien ist Öl- und Gasland; seine Abhängigkeit von fossilen Energien ist enorm. Das Land gehört seit den 1960er Jahren der Opec an, der Organisation erdölexportierender Länder. Den größten Teil seines Strom bezieht Algerien aus Gaskraftwerken. Anfang des Jahres verabschiedete die Regierung ein Programm zum Ausbau regenerativer Energien, ist aber auch dem Neubau von Atomkraftwerken nicht abgeneigt.

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