News, 26. September 2015

Südafrika legt Klimaziel vor

Bis 2030 sollen die Emissionen Südafrikas noch steigen dürfen und frühestens ab 2035 wieder sinken. Das sieht die Selbstverpflichtung Südafrikas vor.

Von Benjamin von Brackel

Als eine der letzten großen Wirtschaftsnationen hat nun auch Südafrika sein Klimaziel beim UN-Klimasekretariat eingereicht. Sie sehen einen Höhepunkt beim Ausstoß der Treibhausgase in den Jahren 2025 bis 2030 vor. Die Emissionen erreichen laut der Selbstverpflichtung des Landes dann ein Äquivalent von 398 bis 614 Megatonnen CO2. Danach soll der CO2-Ausstoß für etwa ein Jahrzehnt konstant bleiben und danach absinken. Alle fünf Jahre will Südafrika die Fortschritte überprüfen. "Es gibt eine ziemlich große Spanne für die Emissionen", kritisierte Bill Hare von der Wissenschaftsinitiative Climate Action Tracker gegenüber der Klimaplattform Climate Home und forderte mehr Informationen ein.

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Südafrikas Präsident Jacob Zuma fordert auf dem Weltparkett regelmäßig mehr Klimaschutz ein, eine heimische Energiewende ist damit aber nicht gemeint. (Foto:
World Economic Forum)

Im August hatte Südafrika noch geplant, seine Ziele an einem Weiter-so-Szenario zu messen. In einem internen Regierungspapier war die Rede von einer Einsparung der Emissionen in Höhe von 34 Prozent bis 2025 gegenüber einem Business-as-usual-Szenario. Sollte das Land internationale Hilfe bekommen, um in Ökoenergien zu investieren, könne das Ziel auf 42 Prozent angehoben werden.

Südafrika ist der siebtgrößte Kohleförderer der Welt. Das Land trägt mit gut einem Prozent zum weltweiten Ausstoß an Treibhausgasen bei und liegt bei den Pro-Kopf-Emissionen etwa gleichauf mit Deutschland. Ein Teil der südafrikanischen Steinkohle wird nach Deutschland verschifft, im vergangenen Jahr waren es fünf Millionen Tonnen. Praktisch alle in Deutschland tätigen Energiekonzerne von Vattenfall über Eon, RWE und EnBW bis zur Steag verbrennen auch Kohle aus Südafrika. Für die dortige Bevölkerung hat das oft verheerende Folgen. Südafrika selbst baut derzeit zwölf neue Kohlekraftwerke und acht Atomkraftwerke.

Inzwischen haben über 70 Staaten ihre nationalen Klimapläne, die sogenannten INDCs, eingereicht. Sie bilden die Grundlage für ein mögliches Klimaabkommen, das im Dezember in Paris beschlossen werden soll, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Von den größeren CO2-Emittenten haben Indien, Brasilien und Saudi-Arabien noch immer keine Klimaziele an das UN-Klimasekretariat gemeldet.

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