News, 10. Oktober 2015

Weltbank stockt Klimafinanzen auf

16 Milliarden Dollar statt wie bislang 10,3 Milliarden: Die Weltbank hat beschlossen, mehr Geld in den Grünen Klimafonds zu schieben. Andere Entwicklungsbanken ziehen nach.

Von Nick Reimer

Die Weltbank hat auf ihrer Jahrestagung in der peruanischen Hauptstadt Lima zusätzliche Gelder für den Grünen Klimafonds freigemacht. Wie Weltbankchef Jim Yong Kim in der Nacht zu Samstag erklärte, sollen die Gelder, die für Klimaschutz und Klimaanpassung in Entwicklungsländern gedacht sind, von zuletzt 10,3 Milliarden Dollar auf 16 Milliarden im kommenden Jahr aufgestockt werden. Dazu kamen Zusagen von anderen Entwicklungsbanken aus Europa, Asien und Amerika, sodass sich die Summe auf 29 Milliarden Dollar jährlich steigern soll.

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Weltbank-Präsident Jim Yong Kim legt mehr Klimageld vor – jetzt sollen andere Geldgeber folgen. (Foto: Reimer)

Die Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention UNFCCC hatten auf ihrer Konferenz COP 16 im mexikanischen Cancún 2010 beschlossen, dass den Staaten des globalen Südens ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar zustehen, damit sich diese Länder an die Erderwärmung anpassen und selbst Klimaschutz betreiben können. 80 Prozent aller menschengemachten Treibhausgase in der Atmosphäre stammen aus den Schloten der Industriestaaten, ausbaden müssen es aber zumeist Entwicklungsländer. Die Frage der Klimafinanzierung gilt als Schlüsselfrage für ein Abkommen in Paris, viele Entwicklungsländer haben signalisiert, dass sie einem neuen Abkommen nur zustimmen werden, wenn sie diesmal mit einem klaren Finanzplan ausgestattet werden – und nicht mehr die Bettlerolle einnehmen müssen.

Präsident Jim Yong Kim erklärte in Lima auf der parallelen Generalversammlung mit dem IWF, dass seine Bank bis 2020 insgesamt 28 Prozent aller Mittel in Projekte des Klimaschutzes stecken will. Eine Geberkonferenz hatte im November 2014 knapp zehn Milliarden Dollar zusammengebracht – allerdings für die nächsten drei Jahre insgesamt. Deutschland hatte im Juli 2014 eine Milliarde US-Dollar zugesagt. Derzeit fließen pro Jahr 57 Milliarden US-Dollar aus den Industriestaaten in die Klimafinanzierung, so steht es in einem Anfang Oktober vorgestellten OECD-Bericht. Berücksichtigt wurde bei der Erhebung die Finanzierung der Jahre 2013 und 2014. Es handelt sich allerdings nicht nur um öffentliche Mittel, auch privates Geld zählt mit.

Am Rande der IWF-Weltbank-Generalversammlung hatte sich vergangenen Donnerstag die neue Staatengruppe V20 gegründet. Mitglieder der "Vulnerable 20" sind die 20 am meisten durch die Erderwärmung verwundbaren Staaten.

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