News, 26. Oktober 2015

Kardinäle werben für neues Weltklimaabkommen

Die katholischen Bischofskonferenzen aller Kontinente fordern von den Verhandlern in Paris einen verbindlichen, gerechten Weltklimavertrag. Es gehe um "eine historische Mission".

Von Friederike Meier

Kardinäle, Patriarchen und katholische Bischöfe aus der ganzen Welt haben am heutigen Montag an die Verhandlungsparteien der Klimakonferenz in Paris appelliert, im Dezember ein gerechtes und verbindliches Abkommen abzuschließen. Der Appell wurde im Vatikan von den Vorsitzenden der weltweit neun Bischofskonferenzen aller Kontinente vorgestellt. In dem Aufruf wird verlangt, den Temperaturanstieg zu begrenzen und die Wirtschaft bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu machen.

Bild
Von den Kirchen sind immer häufiger Aufrufe zum Klimaschutz zu hören. (Foto: Schlaier/Wikimedia Commons
)

In ihrem zehn Punkte umfassenden Appell fordern die Geistlichen außerdem, arme Länder beim Klimaschutz stärker zu beachten und die ethischen und moralischen Dimensionen des Klimawandels nicht zu vergessen. Bei der Vorstellung betonten die Bischöfe, dass die reichen Länder Verantwortung für die ärmeren hätten, weil erstere für einen Großteil der Emissionen verantwortlich seien. Ausdrücklich beziehen sie sich dabei auf die päpstliche Enzyklika "Laudato Si", in der es heißt, dass das Klima ein Allgemeingut sei, das allen Menschen gehöre.

"Es handelt sich um eine historische Mission", zitiert das Nachrichtenportal Katholisch.de Kardinal Oswald Gracias, den Präsidenten der asiatischen Bischofskonferenzen. Es sei das erste Mal gewesen, dass die kontinentalen Bischofskonferenzen einen gemeinsamen Appell verabschiedeten.

Mehr lesen

"In Gottes Namen eine saubere Atmosphäre"

Bild

Die Kirche muss beim Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangehen, meint Thabo Makgoba, anglikanischer Bischof von Kapstadt und Klima-Botschafter der Initiative "Act Now for Climate Justice". Die Umweltenzyklika des Papstes ist für Makgoba ein kirchliches Rahmenwerk im Kampf gegen den Klimawandel. Allerdings gebe es immer noch reaktionäre Kräfte in vielen Kirchen. [mehr...]

Papst: "Spirale der Selbstzerstörung"

Bild

Mit seiner Umweltenzyklika steigt Papst Franziskus in die Klimadebatte ein – bis ins Detail. Er erkennt den wissenschaftlichen Konsens an, dass der Mensch die Hauptursache des Klimawandels ist, er fordert den Ausbau der Erneuerbaren, lehnt aber Emissionshandelssysteme ab. Die würden nur Spekulation fördern. [mehr...]