News, 18. November 2015

Klimamarsch in Paris abgesagt

Angesichts der Pariser Anschläge hat die Pariser Polizei die Demonstrationen rund um den Klimagipfel abgesagt. Damit gewinnen die Protestmärsche in anderen Städten weltweit an Bedeutung.

Von Benjamin von Brackel

Nach mehreren Tagen intensiver Diskussion zwischen den Organisatoren und den Behörden hat am Mittwochabend die Pariser Polizei den Global Climate March, der für den 29. November geplant war, abgesagt. Auch die Aktionen zum Ende des UN-Klimagipfels am 12. Dezember in Paris wurden verboten. Darüber informierte die Polizei die Coalition Climat 21, ein Bündnis aus Klima- und Umweltgruppen, und begründete den Schritt damit, dass die Sicherheit nach den Anschlägen vom 13. November in Paris nicht mehr zu gewährleisten sei.

Bild
Die Klimaaktivisten wollten mit der Großdemonstration in Paris an die Proteste der vergangenen Jahre anknüpfen. In New York waren im September 2014 sogar 310.000 Menschen für Klimaschutz auf die Straße gegangen. (Foto:
Shadia Fayne Wood/Survival Media Agency/​peoplesclimate.org)

Zuvor hatte das Bündnis der Klimaaktivisten sich dafür stark gemacht, dass die Protestmärsche in der französischen Hauptstadt dennoch stattfinden sollten. Nach der Entscheidung der Polizei zeigten sich die Organisatoren enttäuscht, aber auch verständnisvoll. "Das ist ein Grund für großes Bedauern, aber wir müssen die Entscheidung akzeptieren", sagte Jean François Julliard, Chef von Greenpeace Frankreich. "Wir werden neue, fantasievolle Wege finden, damit unsere Stimmen im UN-Konferenzzentrum gehört werden und darüber hinaus. Wir stehen für eine Vision der Kooperation zwischen den Menschen, welche die Mörder auslöschen wollten. Sie werden damit keinen Erfolg haben."

Das neue Augenmerk des Klimabündnisses liegt nun auf den Klimamärschen außerhalb von Paris. In Städten auf der ganzen Welt sollen Tausende Menschen am 28. und 29. November auf die Straße gehen. "Während unsere Pläne in Paris sich ändern müssen, wird sich die Bewegung für Klimagerechtigkeit nicht abschwächen", sagte der Frankreich-Kampagnenchef der Klimaorganisation 350.org, Nicolas Haeringer. "Um die Welt herum sind Märsche, Demonstrationen und ziviler Ungehorsam geplant für die nächsten Wochen und Monate. Wir werden zusammenstehen gegen Gewalt und Hass mit Friedlichkeit und Entschlossenheit."

Für den weltweiten Klimamarsch am 28. und 29. November sind über 2.000 Aktionen geplant, darunter 50 große Protestmärsche. In Paris werden nicht alle Veranstaltungen zur Klimakonferenz abgesagt – etwa Konzerte von Thom Yorke, Patti Smith und Flea sollen stattfinden. Die Organisationen des Klimamarsches in Paris rufen Aktivisten auf, trotz des Demonstrationsverbots für die letzten Verhandlungstage nach Paris zu kommen, um auf vielfältige Weise Druck auf die Verhandler auszuüben.

Mehr lesen

Außenminister: Klimagipfel soll trotz Anchlägen stattfinden

Bild

Zwei Wochen vor Beginn der UN-Klimakonferenz in Paris überziehen Attentäter die französische Hauptstadt mit einer Welle des Terrors. Der Klimagipfel soll laut Außenminister Fabius trotz allem stattfinden – unter schärferen Sicherheitsvorkehrungen. [mehr...]

Mehr Hintergrund

COP-21-Gastgeber Paris ruft zum Gipfel