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1979 fand in Genf die "First World Climate Conference" statt, eine UNO-Konferenz für Wissenschaftler. Mehr als ein Jahrzehnt später beschloss die Staatengemeinschaft auf dem Erdgipfel in Rio de Janeiro die UN-Klimarahmenkonvention; der erste Klimagipfel in diesem Rahmen tagte 1995 in Berlin. Inzwischen treffen sich die Klimadiplomaten seit mehr als 20 Jahren. Welcher Gipfel hat welche Fortschritte gebracht?

Folgen Sie dem Zeitstrahl und klicken Sie sich durch die Geschichte der Klimadiplomatie.

 

(Foto: UNFCCC)

30. November bis 14. Dezember 2014

COP 20, CMP 10: Lima (Peru)

Konferenz-Präsident: Manuel Pulgar-Vidal

Beschlossen wurde ein vierseitiger Vertragstextentwurf, die Grundlage für das Parisabkommen: Darin wird das Prinzip der "gemeinsamen aber differenzierten Verantwortung" reflektiert. Das bedeutet, das alle Länder eine gemeinsame Verantwortung für das Klima haben, beim Klimaschutz aber zwischen den Ländern nach Wohlstand, Fähigkeiten, Emissionsniveau und historischen Emissionen unterschieden werden soll.

Besonderheit: Die COP fand in einer extra errichteten Zeltstadt auf dem Gelände des Verteidigungsministeriums statt, im Schatten des “Pentagonito” - wie der Betonklotz des Hauptgebäudes genannt wird. Seine Keller dienten in den Jahren unter der Herrschaft von Alberto Fujimori als Folterstätte.

Teilnehmer:
Delegierte: 7 759
Beobachter: 4 692
Journalisten: 1 141
22. bis 25. September 2014

UN-Sondergipfel: New York (USA)

Generalversammlung der UNO: Ursprünglich sollten die Staats- und Regierungschefs UN-Generalsekretär Ba Ki Moon jene Beiträge melden, die ihre Länder zur Reduktionsminderung leisten wollen. US-Präsident Barack Obama hatte allerdings um Rücksicht wegen der Zwischenwahlen im November gebeten, wollte den US-Beitrag erst danach bekannt geben. Deshalb legten auch die anderen Länder keine neuen Zahlen auf den Tisch. Die Generalversammlung diskutierte die Sustainable Development Goals, nachhaltige Entwicklungsziele, die 2015 die Millenium Goals ablösen sollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fuhr nicht zum Gipfel, eröffnete statt dessen lieber den „Tag der Deutschen Industrie“

Besonderheit: In 150 Ländern gehen zehntausende Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße, in New York demonstrieren 310.000 Menschen .
11. bis 23. November 2013

COP 19, CMP 9: Warschau (Polen)

Konferenz-Präsident: Marcin Korolec

Beschlossen wurde: Die CMP, die Konferenz aller Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls, beschließt zehn überwiegend technische Veränderungen, etwa dass die besonders klimaschädlichen HFC-Gase nicht mehr über den Clean Development Mechanism gefördert werden. Die COP fasst 29 Beschlüsse, die wichtigsten betreffen den Waldschutzmechanismus REED, für den Regeln festgelegt worden , die "Einladung" an Ländern, "die dazu bereit sind", bis zum ersten Quartal 2015 "Beiträge" ("contributions") zur Reduktion zu nennen und das "Work Programme on Long-term Finance". Zum Thema "Loss and Damage" wurde der „Warschau-Mechanismus“ beschlossen, eine neue Arbeitsgruppe, die sich um „Verlust und Schaden“ von Land oder Lebensmöglichkeiten durch die Erderwärmung kümmern soll.

Besonderheit: Die Konferenz findet im polnischen Fußball-Nationalstadion statt, die Delegierten verhandeln in Zelten, die auf jenem Platz aufgebaut sind, auf dem Deutschland 2012 bei der Fußball-Europameisterschaft im Halbfinale gegen Italien ausschied.

Teilnehmer:
Delegierte: 6 186
Beobachter: 4 731
Journalisten: 1 020
26. November bis 8. Dezember 2012

COP 18, CMP 8: Doha (Katar)

Konferenz-Präsident: Abdullah bin Hamad Al-Attiyah

Beschlossen wurde: Die Klimadiplomaten beenden den Verhandlungsstrang der Ad Hoc Working Group on Long-term Cooperative Action (AWG-LCA), der 2007 begonnen worden war und konzentrieren ihre Arbeit in der Ad Hoc Working Group on the Durban Platform for Enhanced Action (AWG-ADP), mit der 2015 in Paris ein Klima-Abkommen geschlossen werden soll, das erstmals alle Staaten zum Klimaschutz verpflichtet. Die CMP beschloss eine zweite Verpflichtungsrunde des Kyoto-Protokolls von 2013 bis 2020.

Besonderheit: Die Regierung Katars investiert eine halbe Million Dollar in die Bildung einer regionalen Umweltorganisation, die dann zur Konferenzhalbzeit eine Demo mit 500 Teilnehmern organisiert – laut Veranstalter "die größte Umweltdemonstration, die es in der arabischen Welt je gab".

Teilnehmer:
Delegierte: 4 203
Beobachter: 3 869
Journalisten: 648
20. bis 22. Juni 2012

United Nations Conference on Sustainable Development (Rio + 20): Rio de Janeiro (Brasilien),

Beschlossen wurde: Das UN-Umweltprogramm wird zu einer eigenständigen Behörde, ein schwaches Abschlussdokument "The Future we want"1 empfiehlt die Entwicklung einer Wirtschaft basierend auf nachhaltiger Entwicklung und der Armutsbekämpfung.

Besonderheit: Der Plan zum Meeresschutz - auf hoher See sollen Schutzgebiete eingerichtet werden – scheitert an den USA ,die eine Einschränkung der Mobilität ihrer Kriegsflotte befürchten.
28. November bis 9. Dezember 2011

COP 17, CMP 7: Durban (Südafrika)

Konferenz-Präsidentin: Maite Nkoana-Mashabane

Beschlossen wurde: das Kyoto-Protokoll einerseits um eine zweite Verpflichtungsperiode zu verlängern. Zwar blieben sämtliche Details offen, etwa welches Land wie viel reduzieren muss, ob die Verpflichtungsperiode bis 2017 geht oder aber bis 2020. Beschlossen wurde aber andererseits ein neues Verhandlungsmandat zu einem neuen Weltklimavertrag, der erstmals alle Staaten zum Eindämmen ihrer Treibhausfracht zwingt - die „Durban Platform for Enhanced Action“2, abgekürzt ADP.

Teilnehmer:
Delegierte: 5 411
Beobachter: 5 778
Journalisten: 1 266
29. Oktober bis 9. November 2010

COP 16, CMP 6: Cancún (Mexiko)

Konferenz-Präsidentin: Patricia Espinosa

Beschlossen wurde: die globale Erwärmung auf höchstens zwei Grad zu beschränken. Bis 2015 muss überprüft werden, ob das Maximalziel aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse um ein halbes Grad gesenkt werden muss. Eine neue Institution wird eingerichtet, das "Cancún Adaptation Framework", wird die Bedürfnisse der vom Klimawandel bedrohten Länder feststellen und Anpassungsstrategien koordinieren. Den am wenigsten entwickelten Ländern (LDC) will die Staatengemeinschaft bei der Erstellung von Anpassungsplänen helfen. Beschlossen wird außerdem der „Green Climate Fonds“, über den ab dem Jahr 2020 ein Großteil der zugesagten 100 Milliarden US-Dollar jährlich aus dem industriellen Norden in die Entwicklungsländer transferiert wird. Um die Ernsthaftigkeit dieser Bemühung zu unterstreichen, hatten die Industriestaaten auf der COP 15 im Vorjahr 30 Milliarden Dollar als „fast start finance“ („Schnellstartfinanzierung“) für die Jahre 2010, 2011 und 2012 zur Verfügung gestellt.

Besonderheit: Das Konferenz-Gelände wird großflächig von mexikanischem Militär abgeschirmt. Im Vorfeld hatte es Anzeichen für einen Anschlag eines Drogenkartells auf die Klimadiplomaten gegeben.

Teilnehmer:
Delegierte: 5 192
Beobachter: 5 386
Journalisten: 1 270
19. bis 22. April 2010

World People's Conference on Climate Change and the Rights of Mother Earth: Cochabamba (Bolivien),

Als Alternative zu den COPs gedacht, beschließen die 30.000 Gipfelteilnehmer aus Nichtregierungsoranisationen und linksgerichteten Regierungen Mittel- und Südamerikas eine Deklaration zu den „Rechten der Mutter Erde“. Ziel ist es, diese über die UNO wie die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ völkerrechtlich anzuerkennen.
7. bis 18. Dezember 2009

COP 15, CMP 5: Kopenhagen (Dänemark)

Konferenz-PräsidentIn: Connie Hedegaard, ab dem „High Level Segment“ Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen

Beschlossen wurde: Nichts! Der so genannte „Copenhagen Accord“ wurde lediglich zur „Kenntnis genommen“. Allerdings hatten die Industrie-Staaten angekündigt, ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Anpassung und Klimaschutz in den Entwicklungsländern mobilisieren zu wollen, sowie so genannte „Pledges“ - freiwillige Reduktionspflichten – annonciert. Ebenfalls zugesagt wurde den Entwicklungsländern „fast start finance“ - 30 Milliarden US-Dollar Anschubfinanzierung für die kommenden drei Jahre bis 2013

Besonderheit:: Erstmals kommt es am Rande einer Klimakonferenz zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei. Mehr als 100.000 Menschen hatten in Kopenhagen für mehr Klimaschutz demonstriert, mehr als 1.000 werden verhaftet.1 Zudem versuchen Aktivisten immer wieder, auf das abgeriegelte Konferenzgelände am Bela Center vorzudringen2, es kommt zu weiteren Verhaftungen.

Teilnehmer:
Delegierte: 10 236
Beobachter: 13 290
Journalisten: 3 135
31. August bis 4. September 2009

Third World Climate Conference: Genf (Schweiz),

Wissenschaftskonferenz von UNEP und WMO: Die Delegierten führten ein „Global Framework for Climate Services“ ein, dass die Erforschung der Erderwärmung bündeln und die Datenlage verbessern soll.
1. bis 12. Dezember 2008

COP 14, CMP 4: Poznan (Polen)

Konferenz-PräsidentIn: Maciej Nowicki

Beschlossen wurde: Die Delegierten beschlossen einen Zeitplan für die Verhandlungen, die Ende 2009 auf COP 15 zum neuen Klima-Abkommen führen sollten. Zudem wurden Regeln zum Thema „Capacity building“ beschlossen, von der CMP die Regeln für den Adaptation Fund angenommen.

Besonderheit:: Parallel zur COP hielt die EU zeitgleich einen Klimagipfel in Brüssel ab, auf dem ein Klima- und Energiepaket der EU3 verhandelt wurde. Weil den Delegierten in Poznan nicht klar war, wie ambitioniert dieses Paket werden würde, war die COP vom EU-Gipfel überschattet.

Teilnehmer:
Delegierte: 4 283
Beobachter: 4 467
Journalisten: 826
3. bis 15. Dezember 2007

COP 13, CMP 3: Nusa Dua (Indonesien)

Konferenz-PräsidentIn: Witolar

Beschlossen wurde: die „Bali-Roadmap“, ein Verhandlungsmandat, dass das internationale Klimaregime nach Ende der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls regeln sollte. Für die Umsetzung wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die ihre Arbeiten spätestens vor der Klimakonferenz COP 15 in Ende 2009 abschließen soll, die „Ad Hoc Working Group on Long-term Cooperative Action under the Convention“, kurz AWG-LCA.

Besonderheit:: Zum Start der Konferenz unterzeichnete der frisch vereidigte Premierminister Australiens Kevin Rudd das Kyoto-Protokoll. Neben Afghanistan, Irak, Somalia, Nordkorea, Westsahara und einigen Kleinststaaten gehörte damit die USA zu den allerletzten Ländern, die beim internationalen Klimaschutz nicht mit an Bord sind.

Noch eine Besonderheit:: Der Weltklimarat IPCC hatte 2007 seinen 4. Sachstandsbericht vorgelegt, und war kurz vor der Klimakonferenz COP 13 dafür gemeinsam mit dem Ex-Vizepräsidenten der USA Al Gore mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

Teilnehmer:
Delegierte: 3 518
Beobachter: 5 822
Journalisten: 1 288
6. bis 17. November 2006

COP 12, CMP 2: Nairobi (Kenia)

Konferenz-PräsidentIn: Kivutha Kibwana

Beschlossen wurde: Die Delegierten einigen sich auf einen Zeitplan zu Verhandlungen über das, was nach Ende der erste Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto-Protokoll kommen soll. Verabschiedet wurde auch der Klima-Folgen-Anpassungsfonds für arme Länder, die Bereitschaft der Industrieländer, ihre Klimabemühungen überprüfen und bewerten zu lassen, und drittens ein Programm zum Aufbau von Frühwarn- und Wissenschaftssystemen - Wetterstationen etwa oder agrotechnische Institute für den Wandel in der Landwirtschaft. Russlands Vorschlag, Ländern die Möglichkeit zu geben, freiwillige - also völkerrechtlich nicht bindende - Reduktionsziele ins Kyotoprotokoll aufzunehmen, wurde an eine Arbeitsgruppe verwiesen.

Besonderheit:: Wegen eines starken Unwetters musste die Konferenz am Sitz des UN-Umweltprogramms UNEP unterbrochen werden. Der Regen löste eine Flut aus, die Provinzen am Indischen Ozean meldeten Tote, zerstörte Straßen und Brücken, 60.000 Menschen ohne Obdach.

Teilnehmer:
Delegierte: 2 355
Beobachter: 2 933
Journalisten: 663
28. November bis 9. Dezember 2005

COP 11, CMP 1: Montreal (Kanada)

Konferenz-Präsident: Stéphan Dion

Beschlossen wurde: Die Delegierten einigten sich auf „ergebnisoffene Gesprächen über Maßnahmen zum Klimaschutz“. Die Einigung wurde auch von den USA akzeptiert, damit können Verhandlungen über die Zeit nach 2012, wenn die erste Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto-Protokoll endet, beginnen. Eingerichtet wurde dafür die Ad Hoc Working Group on Further Commitments for Annex I Parties under the Kyoto Protocol.

Besonderheit:: Im Februar war das Kyoto-Protokoll in Kraft getreten, erstmals wurde deshalb parallel zur Vertragsstaaten-Konferenz COP eine CMP abgehalten, die „Conference of the Parties serving as the meeting of the Parties to the Kyoto Protocol“, die Konferenz aller Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls. Von da an werden die COPs durch die CMPs ergänzt. In ihrer ersten Sitzung beschließt diese Konferenz mit damals 157 Unterzeichnerstaaten ein detailreiches Regelwerk zum Protokoll samt Kontrollsystem.

Teilnehmer:
Delegierte: 2 788
Beobachter: 5 835
Journalisten: 828
6. bis 17. Dezember 2004

COP 10: Buenos Aires (Argentinien)

Konferenz-Präsident: González García

Beschlossen wurde:Die Delegierten können sich nicht einigen, weshalb die Konferenz neben einigen technischen Neuerungen lediglich beschließt, weiter verhandeln zu wollen.3 "Es ist uns bisher nicht gelungen, das Tor zur klimapolitischen Zukunft aufzustoßen", sagte der deutsche Unterhändler Karsten Sach.

Besonderheit:: Saudi-Arabien blockiert die Verhandlungen zur Anpassung, durch die ärmere Staaten, die besonders vom Klimawandel betroffen sind, finanziell unterstützt werden sollen. Saudi-Arabien fordert statt dessen für sich Kompensationen – weil im Interesse des Klimas ja ein geringerer Ölverbrauch nötig sein wird, man selbst also weniger Verkaufseinnahmen haben werde.

Teilnehmer:
Delegierte: 2 222
Beobachter: 3 182
Journalisten: 789
1. bis 4. Juni 2004

International Conference for Renewable Energies: Bonn (Deutschland)

Regierungskonferenz: Vertreter aus mehr als über 130 Staaten unterschrieben eine Vereinbarung, nach der Erneuerbare Energien in einem zukünftigen Energiesystem eine Schlüsselrolle spielen müssen und verpflichteten sich zugleich zu nationalen oder regionalen Ausbau-Zielen. Zudem legte die Konferenz den Grundstein der IRENA, der „Internationale Organisation für Erneuerbare Energien“.
1. bis 12. Dezember 2003

COP 9: Mailand (Italien)

Konferenz-Präsident: Altero Matteoli

Beschlossen wurde: Auch sechs Jahre nach der Unterzeichnung war das Kyoto-Protokoll immer noch nicht in Kraft getreten: Lediglich 119 Unterzeichnerstaaten hatten die Vereinbarung bis zu diesem Zeitpunkt ratifiziert, also in nationales Recht umgesetzt. Diese Nationen waren für 47 Prozent des weltweiten, menschengemachten Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich. Es musste aber die Marke von 55 Prozent erreicht werden, damit der Vertrag gültig wird. In den USA waren Bill Clinton und Al Gore daran gescheitert, im Kongress eine Mehrheit für Kyoto zu finden. Um das Protokoll den Schwellenländern wie Russland schmackhafter zu machen, wurde in Mailand der so genannten Clean Development Mechanism (CDM) auf den Weg gebracht werden, ein Fördermechanismus für eine „saubere Wirtschaftsentwicklung“. Praktisch funktioniert CDM so, dass sich die Industrieländer Investitionen, beispielsweise für Erneuerbare Energien, in Schwellen- und Entwicklungsländern auf ihre eigene Klimabilanz anrechnen lassen können. Das soll ein Anreiz sein, grüne Wirtschafts- und Entwicklungshilfe zu leisten.

Besonderheit:: Als Ergebnis konnte sich ausgerechnet Wladimir Putin als Retter der Welt präsentieren. Denn tatsächlich überzeugten die Mailänder Beschlüsse das russische Parlament. Ende 2004 ratifizierte Russland das Kyoto-Protokoll. 90 Tage später, am 16. Februar 2005, trat es schließlich in Kraft - acht Jahre nach Unterzeichnung.

Teilnehmer:
Delegierte: 1 545
Beobachter: 1 700
Journalisten: 389
23. Oktober bis 1. November 2002

COP 8: Neu Delhi (Indien)

Konferenz-Präsident: Thalikottai Rajuthevar Baalu

Beschlossen wurde: die „Delhi Ministerial Declaration on Climate Change and Sustainable Development“,5 die beispielsweise „Arbeitsregeln“ für den „Clean Development Mechanism“ festlegt, einheitliche Regeln für die Berichterstattung der Länder über ihre Emissionsentwicklung enthält und betont, dass weitere Emissionsreduktionen nach Ablauf der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls nötig sein werden.

Teilnehmer:
Delegierte: 1 468
Beobachter: 2 089
Journalisten: 795
26. August bis 4. September 2002

Rio+10, Weltgipfel der Nachhaltigkeit: Johannesburg (Südafrika)

UN-Staatsgipfel: 20.000 Delegierte und Beobachter sollten zehn Jahre nach dem historischen "Erdgipfel" von Rio de Janeiro auf dem World Summit on Sustainable Development die Fortschritte der 1992 beschlossenen Agenda 21 bilanzieren. Große Defizite bei der Umsetzung wurden konstatiert, die Sitzungen der Regierungskonferenz waren durch stundenlanges Ringen um Konsensformulierungen geprägt. Die EU und die Mehrheit der Entwicklungsländer scheitern mit ihrem Versuch, ein weltweit vereinbartes Ausbauziel für erneuerbare Energien aufzusetzen am Widerstand einer Allianz aus USA und den Staaten der OPEC.

Besonderheit: Bundeskanzler Gerhard Schröder startet trotzdem eine Initiative für den weltweiten Ausbau Erneuerbare Energien. Zwei Jahre später wird diese in Bonn Erfolg haben.
29. Oktober bis 9. November 2001

COP 7: Marrakesch (Marokko)

Konferenz-Präsident: Mohamed Elyazghi

Beschlossen wurde: die „Marrakesh Accords“, quasi die Regeln des Kyoto-Protokolls. Jetzt steht fest, wie die internationalen Mechanismen CDM oder Joint Implementation funktionieren, wie Wälder und Böden in die Klimabilanz eines Landes eingerechnet werden dürfen, wie die Daten über den Treibhausgasausstoß und dessen Reduzierungen regelmäßig erhoben und verglichen werden.

Teilnehmer:
Delegierte: 2 432
Beobachter: 1 569
Journalisten: 459
16. bis 27. Juli 2001

COP 6/2: Bonn

Konferenz-Präsident: Jan Pronk

Beschlossen wurde: Trotz des Ausstiegs der USA und des zögerlichen Verhaltens einiger Staaten schaffen die Klimadiplomaten die Voraussetzungen, die für die Ratifikation und Umsetzung des Kyoto-Protokolls notwendig sind. Ohne die oft sehr technischen Beschlüsse wäre es den Vertragsstaaten nicht möglich gewesen, das Ratifizierungsverfahren für das Kyoto-Protokoll in ihren nationalen Parlamenten einleiten zu können.

Teilnehmer:
Delegierte: 1 730
Beobachter: 1 499
Journalisten: 572
13. bis 24. November 2000

COP 6: Den Haag (Niederlande)

Konferenz-Präsident: Jan Pronck

Beschlossen wurde: Eigentlich hätte hier der „Buenos Aires Plan of Action“ abgearbeitet werden müssen. Doch der niederländische Umweltministers Jan Pronk scheitert, unter anderem mit dem Plan, dass die Industriestaaten jährlich eine Milliarde Dollar in einen geplanten Fonds einzahlen, mit dem in den Entwicklungsländern Maßnahmen zum Klimaschutz finanziert werden können.

Besonderheit:: Die Klimabewegung baut während der Verhandlungen um das Konferenz-Zentrum einen Deich aus Sandsäcken, um gegen den die schleppenden Verhandlungen zu demonstrieren.

Teilnehmer:
Delegierte: 2 215
Beobachter: 3 838
Journalisten: 944
8. bis 19. Juli 1999

COP 5: Bonn (Deutschland)

Konferenz-Präsident: Jan Szyzsko

Beschlossen wurde: Die Klimadiplomaten arbeiten weiter das Regelwerk für die Umsetzung des Kyoto-Protokolls aus.1 Die wesentlichen Streitpunkte werden aber nicht gelöst, die Konferenz bringt kaum Fortschritte.

Besonderheit:: Obwohl die COP auf deutschem Boden stattfindet, leitet sie mit Jan Szyzsko der polnische Umweltminister. Normalerweise sind immer die zuständigen Minister des gastgebenden Landes als COP-Präsident vorgeschlagen, in diesem Falle wäre das Jürgen Trittin (Bündnis 90/ Die Grünen) vorbehalten gewesen.

Teilnehmer:
Delegierte: 1 653
Beobachter: 2 001
Journalisten: 534
2. bis 13. November 1998

COP 4: Buenos Aires (Argentinien)

Konferenz-Präsidentin: María Julia Alsogaraym

Beschlossen wurde: der „Buenos Aires Plan of Action“, ein 71-seitiges Arbeitsprogramm, mit dem bis zur COP 6 im Jahr 2000 das Kyoto-Protokoll „arbeitsfähig“ gemacht werden soll. Es ging um Fachfragen, die beim Kyoto-Beschluss im Vorjahr ausgeklammert worden waren: Wie werden Wälder auf die nationalen Emissionsbudgets angerechnet, wie wird der Technologietransfer in die Entwicklungsländer finanziert, wie wird die internationale Zusammenarbeit über den grünen Entwicklungsmechanismus „Clean Development Mechanism“ organisiert und wie werden die Reduktionsvereinbarungen überwacht?

Teilnehmer:
Delegierte: 2 112
Beobachter: 2 646
Journalisten: 883
1. bis 10. Dezember 1997

COP 3: Kyoto (Japan)

Konferenz-Präsident: Hiroshi Ohki

Beschlossen wurde:Mit dem Kyoto-Protokoll wird das erste weltweite Klimaregime verabschiedet, nach dem die im Annex 1 genannten 41 Staaten ihre Emissionen in einer ersten Verpflichtungsperiode von 2008 bis 2012 um 5,2 Prozent senken müssen.

Besonderheit::Erstmals hält ein Konferenz-Präsident am ursprünglich geplanten Ende einer COP die Uhren an und lässt die Delegierten einfach weiter verhandeln – bis eine Einigung steht.

Teilnehmer:
Delegierte: 2 273
Beobachter: 3 865
Journalisten: 3 712
8. bis 19. Juli 1996

COP 2: Genf (Schweiz)

Konferenz-Präsident: Chen Chimetengwende

Beschlossen wurde: die "Geneva Ministerial Declaration", eine politische Absichtserklärung, die unter anderem auf die wissenschaftlichen Ergebnisse des zweiten Sachstandsberichtes des Weltklimarates IPCC verweist, der 1995 vorgelegt worden war, und bindende Reduktionsziele für Industriestaaten verlangt.

Besonderheit::Erstmals hatten Lobbyisten der Kohle- und Ölindustrie in den Klimaverhandlungen Erfolg, die OPEC-Staaten sowie Russland und Australien lehnten konkrete Reduktionsziele ab.

Teilnehmer:
Delegierte: 970
Beobachter: 531
Journalisten: 0
28. März bis 7. April 1995

COP 1: Berlin (Deutschland)

Konferenz-Präsidentin: Angela Merkel

Beschlossen wurde: Mit dem 'Berliner Mandat' wird ein Verhandlungsauftrag verabschiedet, mit dem bis zur dritten Vertragsstaaten-Konferenz ein weltweites Klimaabkommen mit konkreten Reduktions-Zielen und -Fristen gefunden werden soll. Besonderheit:: Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) erklärt vor der COP, dass Deutschland seine Treibhausgasproduktion bis 2005 um 25 Prozent unter das Niveau von 1990 senken wird, woraufhin die Delegierten Deutschland zum Sitz des UNFCCC-Sekretariats wählen.

Teilnehmer:
Delegierte: 869
Beobachter: 1 065
Journalisten: 2 044
3. bis 14. Juni 1992

UNO-Konferenz über Umwelt und Entwicklung: Rio de Janeiro (Brasilien)

UNO-Staatsgipfel: Unter anderem wird die Klimarahmenkonvention förmlich beschlossen und damit das System der COPs, der „Conference of the Parties“ eingeführt. In der Klimarahmenkonvention4 haben sich die Vertragsstaaten darauf geeinigt, "die Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre auf einem Niveau zu erreichen, auf dem eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems verhindert wird." (Artikel 2, Klimarahmenkonvention) Was genau eine "gefährliche" Störung des Klimasystems bedeutet, lässt die Konvention offen. Auf COP 16 wurde dann beschlossen, den globalen Temperaturanstieg auf höchstens 2 Grad Celsius (ggf. sogar 1,5 Grad Celsius) gegenüber vorindustrieller Zeit zu begrenzen.
29. Oktober bis 7. November 1990

Second World Climate Conference: Genf (Schweiz)

UNO-Konferenz auf Ministerebene: Grundlagen für die Klimarahmenkonvention werden gelegt: Die Industriestaaten werden aufgefordert, Reduktionsziele und nationale Programme und Strategien für den Klimaschutz zu formulieren. Zudem wird das „Global Climate Observing System“ gegründet, eine weltweite Einrichtung zur Klimabeobachtung. Im selben Jahr legte der IPCC seinen Ersten Sachstandsbericht zur Klimaforschung vor. Klimaabkommen mit konkreten Reduktions-Zielen und -Fristen gefunden werden soll.

Besonderheit:: Die britische Regierungschefin Margaret Thatcher hält eine viel beachtete Rede
5. bis 7. November 1989

Noordwijk Conference: Noordwijk (Niederlande)

UNO-Konferenz auf Ministerebene: 67 Staaten und die EU verabschieden eine Deklaration, in der gefordert wird, bis zum Jahr 2000 die Kohlendioxid-Emissionen auf dem Niveau von 1990 zu stabilisieren
9. bis 11. November 1988

Gründung des IPCC, des „Zwischenstaatlichen Ausschuss über Klimaveränderung“: Genf (Schweiz),

UNEP/WMO-Konferenz: Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gründen mit dem IPCC eine zwischenstaatliche Institution1, um für politische Entscheidungsträger den Stand der wissenschaftlichen Forschung zusammenzufassen. Hauptaufgabe ist es, Risiken der globalen Erwärmung zu beurteilen sowie Vermeidungs- und Anpassungsstrategien zusammenzutragen.
Villach Conference, 9. bis 15. Oktober 1985 in Villach (Österreich)

Villach Conference, 9. bis 15. Oktober 1985 in Villach (Österreich)

UNO-Konferenz für Wissenschaftler: Die Teilnehmer stellen fest, dass ein „signifikanter Klimawandel höchstwahrscheinlich“ sei, in der Abschluss-Resolution wird den UNO-Staaten empfohlen, eine globale Klima-Konvention zu entwickeln und einzuführen, die „Zeugung“ der Klimarahmenkonvention.
12. bis 23. Februar 1979,

First World Climate Conference: Genf (Schweiz)

UNO-Konferenz für Wissenschaftler: Beschlossen wurde ein Welt-Klima-Forschungsprogramm, das heute noch aktiv ist.