L, 10. September 2014

Lachgas

Distickstoffmonoxid (N2O), auch Lachgas genannt, ist das drittwichtigste --> Treibhausgas und wird für 6 Prozent des menschengemachten Treibhauseffekts verantwortlich gemacht. Die Klimawirkung des Gases ist immens: pro Molekül schlägt es rund 300 Mal so stark wie --> Kohlendioxid und 12 Mal stärker als --> Methan zu Buche. Insofern entsprechen die jährlichen weltweiten Emissionen des Gases einem --> Kohlendioxidäquivalent von etwa 3 bis 4 Milliarden Tonnen. Wie auch Kohlendioxid und Methan reflektieren Lachgasmoleküle die Wärmerückstrahlung der Erdoberfläche und halten sie davon ab, ins Weltall zu entweichen. Die Wärme wird wieder in Richtung Erde abgegeben.

Die Lachgasentstehung ist bislang noch wenig erforscht. Bekannt ist allerdings, dass es besonders aus schweren, überdüngten und feuchten Böden freigesetzt wird, aber auch in Verbrennungs- und Kläranlagen. Schätzungen des Weltklimarates IPCC zufolge emittiert die Landwirtschaft etwa 60 Prozent des Gases. Allein von deutschen Äckern wurden im Jahr 2004 rund 74.000 Tonnen Lachgas emittiert, was einem Kohlendioxid-Äquivalent von 23 Millionen Tonnen entspricht.

Lachgas entsteht bei anthropogenen und natürlichen Prozessen. Finnische Studien wiesen darauf hin, dass das Treibhausgas in großen Mengen aus subarktischen Böden entweicht, die nicht permanent gefroren sind. Gewaltige Mengen des Gases könnten bei einem großflächigen Abtauen der Permafrostböden durch die Erderwärmung entweichen. Aber auch Wasserinsekten, Muscheln und Schnecken emittieren das Gas – je verschmutzter ihr Lebensraum, desto mehr.

Lachgas ist nicht nur klimarelevant, es bedroht auch die Ozonschicht. Zwar ist das Ozonloch nach dem Montreal-Protokoll und der internationalen Eindämmung von --> FCKW Ende der 1980er Jahre zurückgegangen, die steigenden Lachgaskonzentrationen – momentan nimmt der Ausstoß jedes Jahr um ein Viertelprozent zu – könnte sich hier schon bald als neue Gefahr erweisen. Distickstoffmonoxid ist vom --> Kyoto-Protokoll als Klimabedrohung erfasst worden, wird jedoch unter den Treibhausgasen trotz seiner hohen Klimawirksamkeit oft als das "vergessene Gas" bezeichnet.

Wikipedia: Distickstoffmonoxid