N, 10. September 2014

NAMAs – Nationally Appropriate Mitigation Actions

Das Kürzel NAMA bezeichnet alles, was Entwicklungsländer in Sachen Klimaschutz unternehmen. Nationally Appropriate Mitigation Actions, also national angepasste Klimaschutzmaßnahmen, reichen von Einzelprojekten bis zum Regierungsziel. NAMAs sind Teil des --> Bali Action Plan von 2007. Die Maßnahmen sind freiwilliger Natur und können mittels Technologietransfer, capacity building, dem Waldschutzprogramm --> REDD und finanzieller Unterstützung der --> Annex-I-Staaten durchgeführt werden. Es wird unterschieden zwischen NAMAs, die von den Entwicklungsländern selbst geleistet werden, und NAMAs, die mit der Unterstützung von Industriestaaten geplant und ausgeführt werden.

Die Idee hinter den NAMAs ist, dass auch Entwicklungsländer – die bislang keine verpflichtenden Treibhausgas-Reduktionsziele haben – etwas zum Klimaschutz beitragen können und sollten. Weil sie aber oft nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen und weil ihre Bedürfnisse und Möglichkeiten sehr unterschiedlich sind, soll jedes Land über die angemessenen Klimaschutzmaßnahmen selbst entscheiden. Industriestaaten sollen die Maßnahmen unterstützen – nicht nur finanziell, sondern auch durch Technologietransfer und Hilfe zur Selbsthilfe (capacity building). 

Anders als beim --> Clean Development Mechanism (CDM) sind NAMAs nicht auf Projekte beschränkt, die von zwei privaten Akteuren organisiert werden und bei denen sich Investoren aus den Industrieländern die Emissionseinsparungen anrechnen lassen können. ("Gute NAMAs fangen da an, wo CDM aufhört.") Ein NAMA kann sowohl aus öffentlichen als auch privaten Geldern finanziert werden und ist üblicherweise in die Klimapolitik eines Staates eingebettet. Ob auch bei NAMAs sogenannte CER-Zertifikate generiert werden dürfen, mit denen die Investoren sich ihr Engagement in die Klimabilanz schreiben können, ist noch nicht entschieden.  

Genaue Richtlinien und Anforderungen für NAMAs müssen erst noch erarbeitet werden. Bisher wurde nur das vom --> UNFCC-Sekretariat verwaltete NAMA Registry eingerichtet, wo Länder ihre geplanten Maßnahmen eintragen können. Geldgeber sollen sich an diesem Register orientieren können, um unterstützenswerte Projekte auszuwählen. Geplant ist auch, die Finanzierung von NAMAs eines Tages über den --> Green Climate Fund abzuwickeln.

Auf der Klimakonferenz in Doha 2011 entwickelten Deutschland und Großbritannien die International NAMA Facility. Die beiden Industriestaaten wollen zusammen 70 Millionen Euro für die Entwicklung von NAMAs zur Verfügung stellen. Bis September 2013 konnten Entwicklungsländer sich mit ihren Projekten bewerben. Unterstützt werden nun Projekte in den Bereichen Energie und Stadtentwicklung in Chile, Kolumbien, Costa Rica and Indonesien.

Drei UN-Institutionen – das Klimasekretariat, das Entwicklungsprogramm UNDP und das Risø Centre on  Energy – stellten auf dem Klimagipfel in Warschau 2013 die erste Fassung eines NAMA-Leitfadens vor: "Guidance for NAMA Design" heißt das Dokument, das Hinweise zur Planung, Finanzierung und Umsetzung von NAMAs enthält.

Eine vollständige Liste der im Rahmen des --> Copenhagen Accord eingebrachten NAMAs findet sich HIER