R, 10. September 2014

RSPO

Der im Jahr 2004 auf Initiative des WWF gegründete Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil, RSPO) hat das Ziel, nachhaltige Anbaumethoden für Palmöl zu fördern und so die Umweltschäden zu begrenzen.Der RSPO vergibt an Produzenten von Palmöl, die sich an gewisse Nachhaltigkeitsstandards halten, ein eigenes Siegel. Er gilt jedoch als industriedominiert, da zu seinen Mitgliedern 581 Unternehmen aus der Palmölwirtschaft zählen und nur 26 Umweltschutzorganisationen und andere NGOs vertreten sind.

Im November 2007 traten die RSPO-Prinzipien und Kriterien für die nachhaltige Produktion von Palmöl in Kraft. Ende 2008 war das erste zertifizierte Palmöl am Markt verfügbar. Bislang ist nur ein geringer Teil der Gesamtproduktion der RSPO-Mitglieder tatsächlich zertifiziert. Zudem kritisiert die Umweltschutzorganisation Robin Wood, dass der RSPO im Interesse der Mitgliedskonzerne nur sehr laxe Standards setze: So sei es generell erlaubt, Tropenwälder in Ölpalmen-Monokulturen umzuwandeln, nur Wälder mit einem "hohen Schutzwert" (High Conservation Value Forests) würden geschützt. Peter Gerhard, Tropenwaldreferent bei Robin Wood, erklärt: "In der Praxis führt das zu großflächigen Kahlschlägen, unterbrochen von winzigen, miteinander vernetzten Schutzgebieten. Die RSPO-Kontrolleuere sind außerdem nicht unabhängig, sondern werden von den Konzernen, die sie kontrollieren sollen, direkt bezahlt."

In einer gemeinsamen Erklärung kritisierten 256 Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsorganisationen aus aller Welt das Label massiv und bezeichnen es als "Etikettenschwindel" und den RSPO als Greenwashing-Instrument. Die Organisationen betonen, dass riesige Plantagen aus Monokulturen von Palmölbäumen niemals nachhaltig sein könnten. Die Plantagen führen zu Entwaldung und in der Folge zum Verlust der biologischen Vielfalt, zu Überschwemmungen, schlimmeren Dürren, Bodenerosion, Gewässerverschmutzung und das Aufkommen von Schädlingen infolge des Zusammenbruchs des ökologischen Gleichgewichts und Veränderungen in den Nahrungsmittelketten. Des Weiteren haben die Rodungen von Regenwald und Trockenlegung von Torfmooren vor allem in Südost-Asien gravierende Folgen für das weltweite Klima, da riesige Mengen an Kohlenstoffdioxid frei werden. So sieht auch die indonesische Umweltschutzorganisation Save our Borneo den RSPO als verlängerten Arm der Palmölkonzerne. Die beteiligten Unternehmen würden weiter Regenwälder zerstören, Ölpalmen-Monokulturen bewirtschaften und seien mitschuldig an Landraub. Besonders im Fokus der Kritik: Der Lebensmittelkonzern Unilever und dessen wichtigster Palmöllieferant Wilmar. Beide Firmen sitzem im Vorstand des RSPO, ihnen wurde in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, sich an der gewaltsamen Vertreibung von Menschen beteiligt zu haben.

Wikipedia: Roundtable on Sustainable Palm Oil