T, 10. September 2014

Tropischer Wirbelsturm

Taifune, Hurrikane, Zyklone – im Prinzip sind alle drei Wetterphänomene ein und dasselbe: tropische Wirbelstürme. Unterschiedlich ist ihr regional spezifisches Zustandekommen: Taifune entstehen hauptsächlich westlich der Datumsgrenze im Pazifik, Hurrikane im mittelamerikanischen Teil des Atlantiks. Und die
--> Zyklone formieren sich hauptsächlich über dem Indischen Ozean.

Während sich das Zentrum des Sturmsystems nur mit maximal 30 Stundenkilometern bewegt, erreichen die Windgeschwindigkeit im rotierenden Kegel um dieses Zentrum teilweise über 300 Stundenkilometer – und entwickeln so eine enorme Zerstörungskraft.

Durch die Erderwärmung werden diese Wetterphänomene an Intensität zunehmen: Wasser ist ein fantastischer Energiespeicher – und mit zunehmendem Temperaturanstieg kommt immer mehr Wasser ins Spiel. Je wärmer die Temperatur des Ozeans ist, desto mehr Wasser kann verdunsten. Andererseits steigt in der Luft mit zunehmender Temperatur physikalisch die Kapazität, Wasser aufzunehmen. Ergebnis: Je wärmer die Luft wird, desto mehr Energie in Form von Wasser speichert sie – die Wirbelstürme werden heftiger. Und je wärmer Ozeane werden, desto häufiger kann es zu Wirbelstürmen kommen.

"Diese Zusammenhänge sind sehr wahrscheinlich, auch wenn Sie wissenschaftlich noch nicht ganz gesichert sind", erklärt Professor Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), einer der renommiertesten Experten für die Physik der Ozeane. Immerhin halte sie der --> Weltklimarat IPCC genauso für belegt wie der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU), der die Bundesregierung berät.

Kerry Emanuel vom Massachusetts Institute of Technology hat 4.800 Wirbelstürme untersucht, die in den letzten 30 Jahren über verschiedenen Weltregionen wüteten. Sein Befund: Innerhalb dieser Zeit haben sie um mehr als das Doppelte an Wucht gewonnen. Verantwortlich seien die steigenden Temperaturen an der Wasseroberfläche tropischer Ozeane.

Die US-Wetterbehörde NOAA hat per Computer simuliert, welche Richtung die Entwicklung nimmt: Steigen die Kohlendioxidmengen in der Atmosphäre weiter so an, werden die Wirbelstürme 2080 eine halbe Stufe stärker auf der Hurrikan-Skala einzuordnen sein. Fünf Stufen existieren. Gemessen werden diese auf der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala, die Anfang der 1970er Jahre entwickelt wurde.

Bisherige Beiträge zu tropischen Wirbelstürmen siehe unten

Wikipedia: Tropischer Wirbelsturm