Y, 10. September 2014

Yasuní-ITT-Initiative

Mit der Yasuní-ITT-Initiative hat Ecuador 2007 ein weltweit einmaliges Tauschgeschäft vorgeschlagen: Das südamerikanische Land verpflichtet sich, auf die Förderung von Erdöl im Yasuní-Nationalpark zugunsten der Natur, des Klimas und der dort lebenden indigenen Bevölkerung zu verzichten. Im Gegenzug zahlt die internationale Gemeinschaft als Ausdruck ihrer "Mitverantwortung" 20 Jahre lang die Hälfte der erwarteten Deviseneinkünfte in einen Kompensationsfonds ein – insgesamt rund 3,6 Milliarden US-Dollar. Damit soll dem von Erdölexporten abhängigen Land eine alternative Entwicklung ermöglicht werden.

Das freiwillig eingezahlte Geld wird beim UN-Entwicklungsprogramm UNDP hinterlegt. Dort kann man auch den aktuellen Stand einsehen.

Allerdings hat Ecuador bisher nur einen geringen Teil der veranschlagten 100 Millionen Dollar erhalten. Auch Deutschland ist – anders als einmal beschlossen – Zahlungsverweigerer. Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) begründete die Absage damit, dass die Yasuní-Initiative ein Vorbild für andere Staaten mit ähnlichen Ambitionen sein könnte. Wenn ein solcher Fonds erst einmal eingerichtet sei, könne man gleichartigen Projekten die Unterstützung nicht mehr verweigern.

Angesichts solcher Hinhaltetaktik drängt Ecuadors Präsident Rafael Correa immer stärker auf eine Lösung: Wenn nicht genügend Geld für die Yasuní-Initiative zur Verfügung steht, will die Regierung das Gebiet Ishpingo-Tambococha-Tiputini (ITT) zum Bohren nach Öl freigeben.

 
Bisherige Beiträge zur Yasuní-ITT-Initiative siehe unten

Wikipedia: Yasuní-ITT-Initiative