C, 10. September 2014

CCS-Technologie

CCS steht für Carbon Capture and Storage – Abscheidung und Einlagerung von Kohlendioxid. 

In mehreren Ländern wird an Verfahren geforscht, mit denen künftig Kohlendioxid aus Kraftwerksabgasen abgetrennt und dauerhaft unterirdisch eingelagert werden soll. Mit dem Bau erster Pilotanlagen wurde 2006 begonnen. Auch die Einlagerungstechnik ist noch in einem frühen Erprobungsstadium. Marktreife wird nicht vor 2020 erwartet.

In Deutschland setzen die Stromkonzerne auf verschiedene Verfahren: Mit dem Oxyfuel-Verfahren experimentierte der Stromkonzern Vattenfall in einer Versuchsanlage am Lausitzer Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe: Kohle wird dabei in reinem Sauerstoff verbrannt, der Wasserdampf wird auskondensiert – übrig bleibt ein bis zu 90 Prozent konzentriertes Kohlendioxid-Gas, das unter Druck verflüssigt wird.

Konkurrent RWE will ab 2014 das sogenannte Pre-Combustion-Verfahren testen: Dabei wird Kohle vor der Verbrennung in einem Vergaser zu Kohlenmonoxid und Wasserstoff umgewandelt. Energieträger ist Wasserstoff. Das Kohlenmonoxid wird mit Wasserdampf zu Kohlendioxid umgewandelt.

Eon setzt auf das Post-Combustion-Verfahren, bei dem das Kohlendioxid chemisch aus den Rauchgasen herausgewaschen wird.

Nach der Abscheidung muss das Kohlendioxid "nur noch" unter die Erde gebracht werden. Und zwar dauerhaft – worunter aber meist nur 200 oder 10.000 Jahre verstanden werden – und ohne signifikante Leckagen. 

In Ketzin bei Potsdam wurde die unterirdische Lagerung des Klimagifts vom Geoforschungsinstitut Potsdam untersucht: 60.000 Tonnen reinen Kohlendioxids wurden in eine 650 Meter tiefe poröse Sandsteinformation gepumpt. Vattenfall wollte sein CCS-Abgas in der Altmark in ausgegasten Erdgaslagerstätten verpressen, RWE eine Rohrleitung nach Schleswig-Holstein bauen.

Umweltorganisationen halten die CCS-Technologie für ein Feigenblatt der Stromkonzerne, um den Bau neuer Kohlekraftwerke zu rechtfertigen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht absehbar, ob die Technologie sich jemals als sicher und bezahlbar erweisen wird. Es ist noch völlig unklar, ob eine sichere CO2-Endlagerung tatsächlich für viele Jahrtausende garantiert werden kann. Gestritten wird auch darum, wer für eventuelle Leckagen haftet. Die Energiekonzerne erklären zwar, die Technologie könne sicher gemacht werden, wollen aber nicht haften. 

Nach umfangreichen Bürgerprotesten in mehreren norddeutschen Bundesländern trat in Deutschland im August 2012 ein CCS-Gesetz in Kraft, das den Bundesländern die Möglichkeit gibt, CCS auf ihrem Territorium zu verbieten. Mehrere Bundesländer haben bereits davon Gebrauch gemacht. In Österreich ist CCS gänzlich verboten. 

Wikipedia: CO2-Abscheidung und -Speicherung