A, 10. September 2014

Agro-Treibstoff, Agro-Kraftstoff

Agro-Treibstoffe sind flüssige oder gasförmige Kraftstoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Zu unterscheiden sind

Agro-Benzin, das aus Stärke durch Fermentation hergestellt wird – etwa aus Weizen, Roggen, Zuckerrüben oder Zuckerrohr;

Agro-Diesel, der aus der Umesterung eines Pflanzenöls hergestellt wird – etwa aus Raps, Soja, Sonnenblumen oder Ölpalmenfrüchten;

Agro-Gas, das durch die Vergärung von Biomasse jeder Art hergestellt wird. Zumeist allerdings wird dieser Energieträger zur Stromproduktion benutzt – das Betanken etwa von Erdgasfahrzeugen ist prinzipiell möglich, aber eher unüblich.

Nach dem Biokraftstoffquotengesetz muss seit 2007 ein Teil der zum Transport bestimmten Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen stammen, die EU will diesen Anteil bis 2020 auf zehn Prozent steigern.

Die zuerst sehr optimistischen Annahmen über die Nachhaltigkeit von Agrokraftstoffen mussten im Laufe der Jahre immer weiter korrigiert werden. Nur wenige Arten von Agrosprit sind in der Gesamtbilanz umweltfreundlicher als Benzin.

Sowohl die Rohstoffe zur Herstellung des Agro-Kraftstoffe als auch nach Deutschland importiertes Agro-Benzin oder Agro-Diesel müssen seit 1. Januar ein Nachhaltigkeits-Zertifikat nachweisen. Dadurch soll ausgeschlossen werden, dass Regenwald abgeholzt und zu Treibstoff-Produktions-Flächen umgebaut wird.

Agro-Kraftstoffe werden häufig als Bio-Kraftstoffe bezeichnet. Allerdings steht "Bio" hier nur für die pflanzliche Herkunft der Ausgangsstoffe und keineswegs für Bio-Anbau. Im Gegenteil werden die Pflanzen in der Regel in umweltschädlichen Monokulturen angebaut. Besonders bei Ölpalmen und Soja sind damit großräumige Umweltzerstörungen verbunden.

Umweltinstitut München: Agrartreibstoffe 

Wikipedia: Biokraftstoff